Abdes Ouaddou, der 57 Mal für die marokkanische Nationalmannschaft gespielt hat, in Katar jedoch wie ein Sklave behandelt wurde, hat andere Fußballer davor gewarnt, sich dazu verleiten zu lassen, in dem Golfstaat zu spielen.

Die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar war kontrovers, und jetzt greift das Land auf ausländische Spieler zurück, um die Leistung seiner eigenen Spieler sowie seine Position auf der FIFA-Weltrangliste (101 von 207) zu verbessern.

In einem Exklusivinterview für die IGB-/Equal-Times-Kampagne für eine Neuabstimmung hat Abdes Ouaddou gesagt: "Ich werde den Spielern in der französischen Liga und auch in anderen europäischen Ligen die Augen öffnen. Sie müssen wissen, dass, auch wenn man einen Drei- oder Vierjahresvertrag unterschreibt, es keine Garantie dafür gibt, dass er eingehalten wird. Der Vertrag wird einfach gebrochen."

Abdeslam Ouaddou hat es bis an die Spitze des europäischen und des internationalen Fußballs geschafft und für AS Nancy und Fulham sowie für Marokko gespielt. Dann wurde er nach Katar geholt, wo sein Verein seinen Vertrag ignoriert hat.

Als Ouaddou versuchte, Beschwerde zu erheben, wurden ähnliche Einschüchterungstaktiken angewandt, wie der IGB sie gegen Bauarbeiter in Katar erlebt hat.

"Es war sehr schwer, das Land zu verlassen, weil wir mithilfe meines Anwalts Beschwerde bei der FIFA erhoben hatten, um auf die Achtung meiner Rechte und die Einhaltung meines Vertrages zu pochen."

"Zuerst wurde mir ein Ausreisevisum verweigert, und dann sollte ich meine Beschwerde bei der FIFA zurückziehen, weil das dem Image Katars schaden könne. Das habe ich abgelehnt."

"Später durfte ich das Land dann verlassen, aber nicht ohne eine Drohung, die mir nicht aus dem Kopf geht: Die Katarer warnten mich, dass ich zwar ausreisen könne, mir aber bewusst sein solle, dass die Behandlung meiner Beschwerde vier bis fünf Jahre dauern werde, weil sie großen Einfluss bei der FIFA hätten", berichtet Abdes Ouaddou.

Der IGB, der Mauritius Labour Congress (MLC), der Mauritius Trade Union Congress (MTUC) und die National Trade Unions Confederation (NTUC) haben den FIFA-Präsidenten Sepp Blatter beim FIFA-Kongress in dieser Woche in Mauritius schriftlich aufgefordert, im Fall von Abdes Ouaddou und Zahir Belounis unverzüglich aktiv zu werden.

Der französisch-algerische Stürmer Zahir Belounis ist in Katar gefangen, nachdem er für einen katarischen Verein angeworben worden war. Er wurde nicht bezahlt und droht mit einem Hungerstreik, wenn sein Vertrag nicht eingehalten und seine Ausreisegenehmigung nicht unterschrieben wird, damit er das Land mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Töchtern verlassen kann.

"Katar versucht, sich von der internationalen Gemeinschaft Respekt und Glaubwürdigkeit zu erkaufen, übernimmt jedoch keinerlei Verantwortung dafür, wie Spieler oder Wanderarbeitskräfte in dem Land behandelt werden. Wenn Katar die Menschen- und Gewerkschaftsrechte nicht respektiert, muss die FIFA die Abstimmung über den Austragungsort der Fußball-WM 2022 wiederholen", so Sharan Burrow.

Der IGB wird am Freitag, 31. Mai, gemeinsam mit mauritischen Gewerkschaften und Fußballfans an einer Kundgebung außerhalb des Kongresszentrums in Mauritius teilnehmen, wenn die Delegierten dort zur offiziellen Eröffnung des FIFA-Kongresses eintreffen.

Hier das Interview mit Abdes Ouaddou ansehen